Königstiger im SMM Full-Reuenthal

 

 

Aufbereitung von Fahrwerkskomponenten und anderen Teilen

 

Nachdem die Sommersaison 2012 mit dem Sandstrahlen und Grundieren des Königstigers erfolgreich beendet wurde, haben wir zu Beginn der Wintersaison begonnen, verschiedene Teile aufzuarbeiten.

 

Zum einen wurden die Laufradarme, die schon vor einigen Jahren nach der Demontage teilweise grundiert wurden, noch einmal vorgenommen: Die Arme sind hohl und wurde von innen mit einer grossen Bürste entrostet und gefettet, ausserdem wurden die Gewinde für die grosse Überwurfmutter gereinigt und bearbeitet. Die Laufflächen wurden mit Fächerscheiben poliert und die Grundierung erneuert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Komponenten der Kettenspanneinrichtung wurde Teil für Teil gereinigt, sandgestrahlt und grundiert. Bei der Demontage zerstörte Teile wurden nachgefertigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr aufwändig war das Ausschleifen aller Lagerbuchsen. Die Lager sind aus Novotex, einem Phenolharz, gefertigt. Im Laufe der Jahrzehnte waren die Schalen etwas gequollen, sodass einerseits die Radarme nur ausserordentlich schwer herausgingen und danach ohne weitere Arbeiten nicht mehr hereingingen.

 

Franz, Johnny und Willy haben in mühevoller, staubiger Arbeit die Buchsen ausgefräst, bis letztlich eine speziell angefertigte Schablone mit dem Armdurchmesser passte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Laufe einer Woche im Dezember hat ein Kollege eines befreundeten Panzermuseums verrostete Blechteile nachgefertigt und eingeschweisst. Zum einen musste der Luftkanal am Boden der Wanne für die Luft zur Getriebekühlung über weite Strecken komplett erneuert werden. Zum anderen wurden im Motorraum Profile zur Befestigung des Auflageblechs des oberen Tanks und die Halterahmen der Kühleinheiten erneuert bzw. ausgebessert. Keiner vom Team hat den Mann je gesehen, weil er in der Woche und nachts gearbeitet hat. Aber er ist ein wirklicher Blechvirtuose, der ohne Hilfsmittel Radien dem Vernehmen nach z.B. an den Deckeln von Schweissgasflaschen geformt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Arbeit von mehreren Wochen war auch die Aufbereitung der noch verwendbaren grossen Schrauben und zahlreicher Kleinteile wie Distanzscheiben. Während der Woche hat Bernd sie sandgestrahlt. Sie wurden dann samstags im Museum grundiert, nachdem Beiz- und Phosphatierversuche zuhause in der Küche fehlgeschlagen sind.

 

Weitere Arbeiten am Fahrwerk umfassten die Erneuerung von 6 Lagerhülsen der Laufradarme, die bei der Demontage entweder teilweise unrund wurden oder starke Riefen bekamen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum wiederholten Male haben wir versucht, die Leitradarme mit den Stossdämpfern heraus zu zwingen: Wieder vergeblich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die grosse Lagerbuchse des linken Leitradarms widersetzte sich nach Kräften allen Versuchen, sie wieder an ihren Platz zu bringen: Auch vergeblich.

 

Als Auftakt eines langen Projektes zur Restaurierung von

mechanischen Übertragungskomponenten wurde die

Brems- und Kupplungspedalerie des Fahrers zerlegt, gestrahlt,

grundiert und wieder zusammengesetzt. Diese Arbeiten hat

Bernd durchgeführt.

Bei dieser Gelegenheit ist uns aufgefallen, dass unser Tiger

eine hydraulisch betätigte Kupplung hat. Weder der Henschel-

Tiger und der Jadgtiger in Bovington noch der Königstiger in

Saumur weisen diesen Hydraulikzylinder auf. Beim Tiger in

Munster fehlt die Pedalerie, jedoch sind dort Gelenke mit dicken

Schubstangen zu finden, die zur Kupplungsmechanik gehören.

Einzig der Jagdtiger in Fort Benning / Georgia hat diesen Aufbau.

 

 

2012 / 2013 Wintersaison