Königstiger im SMM Full-Reuenthal

 

 

Entfernen der Leitradarme und Sandstrahlen

 

Im Frühjahr 2012 war das Projekt Tiger-Restaurierung mehrere Jahre lang nicht vorangekommen, unter anderem auch weil es nicht gelang, die beiden Leitradarme herauszubringen. Erste Zweifel wurden geäussert, ob überhaupt weitergemacht werden sollten oder ob wir nicht einfach den Turm wieder draufsetzen, den Tiger nett bemalen und nur als Ausstellungsstück verwenden sollten….

… bis ein glücklicher Zufall die Wende brachte und das Feuer wieder entfachte:

Ein Besucher lehnte eines Samstags im Sommer 2012 über den Absperrgittern und warf einen skeptischen Blick auf die Baustelle. Ich erklärte ihm das Projekt und wo wir feststecken, als er lakonisch sagte: ‚Da kann ich helfen, das kriegen wir hin‘.

Danach ging alles Schlag auf Schlag.: An den nächsten Samstagen rückte er mit schwerem Gerät an. Zuerst konnten die Sicherungsstifte der Radarme hinter den Innenlagern aufgebohrt und Stück für Stück herausgetrennt und geschlagen werden. Danach kam eine hydraulische 100-to-Presse zum Einsatz. Zuvor wurden die Stehbleche des linken und rechten Innenlagers mit Stahlstreben verschweisst, um den nötigen Gegendruck für das Herauspressen des jeweils gegenüberliegenden Armes zu gewährleisten. Trotzdem rissen die Schweissungen unter dem Druck mehrfach, sodass letztlich das rechte Stehblech um einige Zentimeter nach aussen gedrückt wurde. Das sollte aber beim Einbau hoffentlich kein Problem sein, weil das Lager dabei parallel verschoben wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Hilfe der Presse und Schweissbrennern gelang es schliesslich, zuerst den linken und dann den rechten Arm zuerst Millimeterweise, dann Zentimeter für Zentimeter herauszupressen. Zu Beginn wurden einige der bis zu einem Zentimeter dicken Distanzringe aus Stahl gesprengt, was sich durch lautes Knallen bemerkbar machte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als letztlich beide Arme draussen waren, war die Freude und Erleichterung unter uns mit Händen greifbar.

Mit den beiden Leitradarmen waren nun auch die letzten beiden Teile entfernt, die einem Sandstrahlen der Wanne im Weg standen. Mit 6 Ausnahmen: Die beiden Reduktionsgetriebe / Vorgelege und die 4 Laufradarme mit Stossdämpferhebeln waren noch am Platz.

Bezüglich der Vorgelege gab es zwei Meinungen. Die eine Gruppe wollte sie abnehmen und das Innere prüfen, bevor die Ketten wieder aufgezogen wurden. Da die Reduktionsgetriebe bekannte Schwachstellen des Tigers waren, wäre dieses Vorgehen durchaus sinnvoll.

Auf der anderen Seite war der Panzer kaum gelaufen, wie der gesamte Zustand nahelegt. Wir haben das Öl abgelassen und das Innere mit einem Endoskop soweit es ging untersucht. Es konnte kein Hinweis auf Verschleiss oder Schäden gefunden werden. Da die Getriebe kein Öl verloren, aber einige der Haltebolzen schon sehr stark korrodiert waren und sich nur unter Mühen entfernen lassen würden, haben wir beschlossen, die Getriebe dranzulassen.

 

Die Überwurfmuttern der Stossdämpferhebel an den 4 Radarmen konnten auch nicht gelöst werden. Jedoch nahmen wir an, dass die ordnungsgemässe Bewegung bei später wieder montiertem Rad trotzdem gewährleistet sein sollte.

Unmittelbar danach trafen wir die Vorbereitung zum Sandstrahlen der Wanne.

 

Zuerst wurden alle Radlager mit je zwei Kunststoffscheiben abgedeckt und die Gewinde der verbliebenden Radarme mit Panzerband geschützt. Ausserdem wurden Kunststoffabdeckungen für die Treibradflansche aussen und die Getriebeflansche innen in der Wanne angefertigt. Zuletzt wurde die Wanne von den Holzblöcken auf einen Schwerlasttransportwagen gehoben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei strahlendem Sonnenschein wurden dann innerhalb von 4 Tagen die gesamte Wanne und alle Räder sandgestrahlt. Die Arbeit besorgte ein 2-Mann-Team einer externen Firma.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Insgesamt wurden ca. 30 Säcke Strahlgut verbraucht, wovon der grösste Teil später natürlich mit Eimern wieder aus der Wanne herausgetragen werden musste. Besenrein wurde die Wanne und die Räder dann mit Rostschutzfarbe grundiert.

Am letzten schönen Samstag im Oktober wurde schliesslich die untere Hälfte der Panzerwanne und

alle Räder mit beigem Tarngrund gespritzt.

 

 

2012 Sommersaison