Königstiger im SMM Full-Reuenthal

 

 

Montage aller Räder und einer Gleiskette

 

Nachdem im Vorjahr die Montage der Laufradarme beendet wurde, war das Ziel in diesem Jahr die Montage der der Räder und Laufketten. Natürlich war es unser Ziel, beide Seiten fertig zu stellen. Aber wie so oft vorher mussten wir feststellen, dass alles etwas länger dauert.

 

Die Montage der Laufräder ging verhältnismässig einfach vonstatten. Jedes innere der zwei grossen Radlager musste erst auf ca. 110°C erwärmt werden, bevor es sich auf den Laufradarmzapfen schieben liess. Dann wurde das Laufrad und danach das äussere Radlager aufgeschoben, zuletzt die Abdeckkappe montiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Befestigung des Treibrades bietet sich ein sehr schöner Anblick (der Tiger ist auch toll):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Demontage lagen die Ketten in Segmenten zu bis zu 15 Einzelglieder auf Paletten und waren entsprechend zusammengerollt. Hatten die Kettenbolzen bereits vor der Demontage Jahrzehnte Zeit, fest zu rosten, mussten wir nun feststellen, dass sich viele Glieder gar nicht mehr bewegten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Schweissbrennern mussten mühevoll Segment für Segment gängig gemacht werden. Trotzdem konnten viele Kettenbolzen nicht mehr herausgebracht werden. In diesen Fällen haben wir notgedrungen nur einen neuen Verschlussring mit Schwerspannstift oben aufgeschweisst und den Rest belassen wie er ist. Wir sind zuversichtlich, dass sich der Bolzen bei der zu erwartenden geringen zukünftigen Laufleistung nicht herausarbeiten wird. Eine grössere Gefahr besteht sowieso nicht, weil der Bolzen höchstens nach innen wandern kann. Dort wird er aber an speziell dafür vorgesehenen Stahlkanten beim Vorbeigleiten  immer wieder zurückgeschoben.

 

Ursprünglich sollte die Wanne auch mit Kette weiterhin auf den 4 Holzblöcken stehen. Zur Entlastung der Kette wollte Willy, unser Teamchef, dann zwei Glieder mehr einbauen. Willy betrachtet die Dinge leider zu sehr durch die pragmatisch-sachliche Brille und sieht weniger die Ästhetik des Ganzen. Nachdem die zwei Glieder montiert waren und wir uns das Ergebnis angesehen haben, brauchten wir nicht viel Überzeugungsarbeit: Nicht nur die Kettenglieder wurden wieder entfernt, auch die Blöcke verschwanden.

 

So steht der Tiger erstmals seit fast 8 Jahren wieder auf, … naja … zumindest einem eigenen Fuss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben den Tätigkeiten am Fahrwerk ging die Arbeit in der Panzerwanne weiter. Die beiden hinteren Stossdämpfermit je zwei Schmiernippeln wurden über eine zentrale Leitungmit je einem Schmier-nippel der beiden hinteren Schmiereinheitenlinks und rechts sowie je einem T-Stück verbunden.

 

Weiterhin erhielten wir die nachgefertigten Abdeckplattenfür die hinteren Stossdämpferräume, unter denen auch je ein Tank links und rechts liegt. Die Gewinde sämtlicher Schrauben dort wurden nachgearbeitet.

 

Johnny kümmerte sich um die Anfertigung einer Schablone zur Aufbringung von schriftlichen Hinweisen zum Bahntransport des Panzers. Leider ist uns die komplette Beschriftung nicht bekannt, sodass wir nur den sichtbaren Teil aufgetragen konnten.

Für einen Hinweis auf den vollständigen Text wären wir sehr dankbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fahrwerke im Vergleich:

 

Die Panther und die ersten 800 Tiger 1 (bis ca. Februar 1944) hatten ein sogenanntes Schachtel-laufwerk. Beide unterschieden sich jedoch in Zahl und Anordnung der Räder in Abhängigkeit des Gewichtes der Panzer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Schachtellaufwerk hat den Vorteil der gleichmässigen Verteilung des Fahrzeuggewichtes auf die Ketten. Wesentlicher Nachteil war der geringe Zwischenraum zwischen den Rädern. In matschigem Gelände setzte sich dort Matsch ab, der im Winter gefror und die Panzer unter Umständen unbeweglich machte. Ausserdem hatten die die Räder umfassenden Gummiringe nur eine sehr kurze Lebensdauer. Später hat die Knappheit an Gummi beim Tiger 1 zur Einführung eines sogenannten Gummi sparenden Fahrwerkes geführt. Dies hatte Vollmetallräder, deren Einzelscheiben aber durch eine innen liegende Gummischicht gedämpft wurde. Durch die Lage innen gab es keinen Verschleiss mehr, jedoch war der Lauf lauter und die Metallbeanspruchung höher.

 

Beim Königstiger setzte man gleich auf ein Gummi sparendes Laufwerk. Um das ohnehin schon enorme Gewicht weiter im Rahmen zu halten, liess man die äusseren Räder weg. Dadurch wurden aber Radarme und Ketten, besonders die Bolzen, ungleichmässig belastet und man handelte sich mit der Zeit andere Probleme ein.

 

Insgesamt kann gesagt werden, dass es für die Tiger das optimale Fahrwerk nicht gegeben hat. Jedes hatte seine individuellen Vor- und Nachteile.

 

2014 / 2015 Wintersaison