Königstiger im SMM Full-Reuenthal

 

 

Zerlegung und Wiederanbringung des Vorgeleges, Montage von Ketten und Schürzen und Arbeiten am Brandschott

 

Auch in dieser Saison lag der Fokus wieder auf dem Fahrwerk.

Wie schon einmal angedeutet, gibt es bezüglich der Vorgelege die beiden Meinungen, dass sie als empfindlichste Teile des Antriebes unbedingt abgebaut und untersucht werden sollten, gegenüber der Meinung, dass der Panzer wohl nur sehr wenig Zeit im Einsatz verbracht hat, deshalb insgesamt sehr wenig Gebrauchsspuren zeigt und die Reduktionsgetriebe, auch wegen der stark angegriffenen Haltebolzen, nicht abgebaut werden brauchten. Ausserdem zeigte das abgelassene Öl keinen Abrieb und eine endoskopische Untersuchung fiel auch positiv aus.

Als das rechte Antriebsrad schon wieder montiert und die rechte Kette schon fast wieder geschlossen war, ist die Diskussion urplötzlich wieder aufgeflammt, diesmal zugunsten der Demontage.

Also los:  Nachdem das Antriebsrad schnell wieder abgenommen war, haben sich Harald und Willy daran gemacht, die 15 Haltebolzen mit 24 mm-Gewinde bzw. deren teilweise stark korrodierten versplinteten Kronenmuttern zu lösen. Das ging leichter als (von den Pessimisten) erwartet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Vorgelege selbst ist nicht über eine Dichtung mit der Wanne verbunden. Es ist über einen Stahlbund um die längsverzahnte Antriebswelle, die durch die Wanne in Richtung Getriebe reicht, zentriert und wird über die übrigen Bolzen angedrückt.

 

Auch die Einzelteile des Vorgeleges sind nicht über Dichtungen miteinander verbunden. Es findet sich an einigen Stellen eine Art Dichtmasse, die heute steinhart ist.

 

Das Innere des Vorgeleges war eine Augenweide: Nahezu keine Korrosion, keine mechanischen Schäden. Eine Hand voll schwarzen Schlammes und Ölreste, die aussehen, als seien sie gestern erst eingefüllt worden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Teil wurde schnell wieder zusammengebaut und mit wenigen neuen Bolzen und etwas mehr neuen Muttern befestigt. Nachdem das Antriebsrad wieder montiert und die rechte Kette aufgezogen und geschlossen war, waren die Arbeiten am Fahrwerk beendet.

 

In der Zwischenzeit hat Uwe die Montage der Kettenschürzen in Angriff genommen. Die Schürzen fehlten an unserem Panzer und sind bereits seit vielen Jahren anhand von Originalen reproduziert worden. Die Punkte der noch zu bohrenden Löcher zum Aufhängen wurden millimetergenau vermessen.

 

Wie sollten die Bohrungen aber aussehen? An Museumstigern und auf zeitgenössischen Fotos ist zu sehen, dass zwei verschiedene Bohrungen existieren: Runde und sich verjüngende Langlöcher. Uns ist nicht bekannt, ob und ggf. wann welche Bohrung serienmässig war.

 

Wir wählten die Langlöcher.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei den Dimensionen einer solchen Arbeit besteht immer die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit, dass etwas nicht genau passt. Als Uwe dann das erste der gebohrten Schürzenteile anpasste, …… hat es perfekt gesessen. Glückwunsch und Reschpekt.

Probleme bereiten allerdinge die Übergänge der klappbaren Vorderteile zu den längs angebrachten Stücken. Es klafft eine Lücke von einigen Zentimetern: Zuviel um darüber hinweg zu sehen. Wir überlassen das Ganze den Sommer über sich selbst und schauen, wie das bei anderen Tigern aussieht.

 

Parallel zu den Fahrwerksarbeiten hat Johnny sich die Frontabdeckplatte mit den Einstiegsklappen für Fahren und Funker vorgenommen.

Nach dem Auseinanderbau wurden alle Teile sandgestrahlt und grundiert. Einige bewegliche Teile der Verschlüsse wurden noch etwas nachgearbeitet, um sie leichtgängig zu machen. Es mussten keine Teile nachgefertigt werden, nur ein irgendwann einmal abgebrochener Handgriff wurde erneuert.

 

Bernd hat sich, wie schon in den vorangegangenen Saisons, mit den Details des Brandschotts und des Wanneninnenlebens befasst.

Erste Teile der Übertragungsgelenke für die Vergasersteuerung angebracht und die neu gemachten runden Metallplatten mit Gummizwischenlage für Kabeldurchführungen. Zahlreiche kleine Metallblöcke mit kleinen Sacklöchern mussten neu angefertigt werden, die auf Wannenteile aufgeschweisst werden und auf die später z.B. Haltebügel für Kabelleitungsrohre geschraubt werden.

 

Ausserdem wurde die Leitung zur Umschaltung auf Vorheizung über eine externe Lötlampe erneuert. Sie läuft von einem Handhebel links neben dem Fahrer durch einen 6 mm-Leerrohr unterhalb des linken Tankkastens bis zum Brandschott. Das Leerrohr wurde erneuert, die originale Schneckenwelle entfettet, aufbereitet und wieder eingebaut. Auf der Motorseite direkt am Brandschott wird diese Welle in einer speziellen Verbindungshülse mit einer zweiten Welle, die in einem weiteren Leerrohr am Motor entlang läuft und bis zur Umschaltklappe am Ölkühler reicht, verbunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterhin wurden die Leitungskanäle für den längs des Wannenbodens laufenden Kabelstrang und die Rohre für das Antennenkabel, das rechts oben unter der Seitenwandschräge vom Heck bis zum Funker verläuft, neu angefertigt.

 

In den letzten Wochen haben Harald und Willy eine der beiden Ventilatoreinheiten zusammengebaut. Sie besteht aus dem durch eine Gelenkwelle vom Motor aus angetriebenen Ventilator und je zwei Kühlern. Die Ventilatorkästen und die Kühler stehen schon seit geraumer Zeit bei uns

 

 

 

 

 

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Natürlich passten die Stehbolzen an den Ventilatorkästen nicht zu den Öffnungen an den Kühlern und mussten mit der Fräse angeglichen werden. Bei der Gelegenheit haben wir gemerkt, dass die Kästen für links und rechts nicht symmetrisch und austauschbar sind. Leider können wir nicht sagen, ob das ab Werk so war oder ob das bei der Nachfertigung passiert ist.

 

Wir haben ausserdem entschieden, alle Wasserrohre nach Möglichkeit in Edelstahl neu zu machen.

 

Als die erste Einheit aus den drei Komponenten fertig montiert war, haben wir festgestellt, dass die Flansche der Antriebswellen statt in Fahrtrichtung hinten nun nach vorn zeigen.

 

Hhmmmmh… was stimmte nicht?? Müssten wir nun den Motor in umgekehrter Richtung einbauen?

 

Zum Glück haben wir festgestellt, dass die Antriebe der Ventilatoren als Einheit in die Lüfterkästen eingeschraubt und versetzbar sind. Also konnte das Problem schnell gelöst werden.

 

2015 / 2016 Wintersaison