Königstiger im SMM Full-Reuenthal

 

 

Arbeiten in der Panzerwanne und am Fahrwerk: Fertigstellung der Bettkästen

 

Bernd hat sich, wie schon in den vorangegangenen Saisons, mit den Details des Brandschotts und des Wanneninnenlebens befasst.

In Heimarbeit wurde der Behälter zum Einspritzen von Benzin bei Kaltstarts und die erbarmungswürdige Feuerlöscheinheit aufgearbeitet. Neben der Abdeckkappe für die Steuerung, die gut durchoxidiert war und wohl kein Metall mehr enthielt, trieb einem besonders der Zustand des Löschmittelbehälters die Tränen in die Augen: Das Steigrohr innen war pulverisiert und der mit der Behälterwand verpresste Deckel über weite Bereiche löchrig.

Was liegt näher als den Behälter einem Schrotthändler zu übergeben und zu versuchen, bei ebay oder sonst wo etwas rotes Rundes aufzutreiben, was mit etwas makeup in die Halterung passt????

Nicht so bei uns!  Durch die Herausforderung angespornt, hat der Restaurator nach einigem Überlegen, was wie zu tun sei, erst das Oberteil in der Verpressungsfuge abgesägt und sandgestrahlt. Es rostete innerhalb Stunden wieder vollständig. Da aufgrund der Rostneigung ein Verlöten oder Verschweissen nicht infrage kam, mussten andere Wege beschritten werden. Letztlich wurde mit einem auf den Innendurchmesser abgedrehten Stützrohr aus PP das mit dem schweizer Wundermittel Araldite verschmierte und so gut wie möglich verschliffe Oberteil aufgesetzt und ebenfalls mit Araldite verklebt.

Da eine 100 %-ige Passung von Deckel und Wandzylinder aufgrund der nun freien Verpressungs-spannungen nicht mehr möglich war, musste als einziges Zugeständnis an die originale Optik die obere Verpressungsnut ausgespachtelt werden.

Die Abdeckkappe mit nicht beweglichem manuellen Betätigungskolben wurde aus dem Vollen neu erschaffen und das marode Klappgelenk der Halterung brauchte eine kleinen Prothese. Letztlich konnte sogar die nahezu originale Kette aus dem Baumarkt, Bereich Sanitär, WC-Züge, mit dem Sicherungsblech weitgehend original reproduziert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusammen mit einem neuen Aufkleber sieht’s eigentlich gar nicht schlecht aus. Es wird zwar keine Brände mehr löschen, aber nach Vollendung hat der Restaurator seinen Brand mit einem Glas Bier gelöscht …..

 

Nachdem auch die Bodenplatte für den Hauptschalter erneuert wurde, haben wir alle bislang vorhandenen und restaurierten Komponenten des Bandschotts angebracht:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Laufe des Sommers wurde auch der aufbereitete linke Behälter samt Abdeckung für die Kampfraumtanks geliefert und eingebaut. Der rechte Behälter samt Deckel musste neu angefertigt werden.

Zwei kleine Jungen mit ihrem Vater, Museumsgäste, haben sich die Wanne und ihr Innenleben interessiert angesehen und sich alles von mir erklären lassen. Als ich zu den Tanks kam und auf die beiden damals noch leeren Tankkisten deutete, sagte einer der beiden schnell „… und das da sind bestimmt die Betten!“. Perplex von so viel Fachwissen konnte ich nur erwidern „… und in die Nischen darüber legen die Leute ihre Kleidung ab“..

Weiterhin konnten die beiden Grundrahmen für die Batteriekästen nach Originalmustern nachgefertigt werden. Originale Batteriekästen aus Holz samt den Deckeln suchen wir noch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der Benzinfilter und die Rohrstücke für die Kabelbaumleitung wurde eingepasst.

Der Benzinfilter mit seiner originalen Filzfüllung soll so nicht mehr verwendet werden. Vielmehr soll eine moderne Filterkartusche eingebaut werden.

Parallel dazu wird eine Fachfirma für Hydraulikleitungen die Benzinleitungen samt Anschlüssen neu anfertigen. Dies wird sich aber bis in die nächste Saison hinziehen.

 

Am Ende der Wintersaison 2015 / 2016 nach Montage der linken Kette haben wir gemerkt, dass der Tiger links tiefer liegt als rechts. Der Unterschied betrug 6 cm von der Unterkante der Kettenschürzen bis zum Boden. Wir hatten zwar keine exakten Einstellparameter vom Werk, haben uns aber, soweit wir uns erinnern konnten, genau an Originalbildern orientiert und den Winkel der Laufradarme entsprechend ausgerichtet. In diesem Zusammenhang haben wir festgestellt, dass die Radarmbohrungen auf der linken und rechten Seite sich in der Höhe um einen cm unterschieden.

In einer Spontanaktion über drei Wochenenden haben wir Kette und Räder der linken Seite entfernt und die Arme um einen Zahn der Längsverzahnung über den Torsionsstäben neu justiert. Eigentlich sollte ein Zahn nur ca. die Hälfte der Höhendifferenz ausmachen und wir wollten die andere Seite in Gegenrichtung verstellen, aber unerklärlicherweise stand der Tiger nach den Arbeiten an der linken Seite absolut eben.

 

Als Abschluss der Sommersaison wirft der bedauernswerte Zustand der demontierten Halterung des hydraulischen Turmantriebs einen langen Schatten  auf die kommende Saison.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2016 Sommersaison