Königstiger im SMM Full-Reuenthal

 

 

Arbeiten an Turm und Tanksystem

 

Am Beginn der Saison konnte die Rohrblende entfernt werden. In der Zeit davor hatten wir uns ausgemalt, wie kompliziert die Entfernung werden würde, weil die Blende sicher auf den beiden Führungen oben und unten festgerostet sein würde. Umso grösser war unsere Freude, als die Blende förmlich wie von selbst herunter glitt. Wichtig war allerdings, dass die Abpressschrauben, die wir extra angefertigt hatten, links und rechts genau synchron betätigt wurden, um das Ganze nicht zu verkanten.

 

Mit viel Geduld und Flaschenzugarbeit konnte danach das Rohr mit Bodenstück durch die hintere Ladeluke herausgezogen werden. Da sich die Luke nicht mehr ganz absenken lässt, war es im wahrsten Sinne des Wortes Millimeterarbeit, das Rohr heraus zu operieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Rohrwiege, die später auch den Rückholzylinder und Rückstossdämpfer aufnimmt,  ruht mit ihren zwei Schildzapfen auf zwei Lagerrahmen, die am Turm mit jeweils 6 Schrauben befestigt ist. Alle Schrauben haben, wie fast alle Schrauben am Panzer, Sicherungsbleche. Die Bleche mit einem kleinen Hammer und Meissel zu öffnen erfordert eigentlich mindestens ein Gelenk  mehr pro Finger wegen der Enge dort und es stellt sich unwillkürlich die Frage, wie sie das damals eigentlich alles installiert hatten.

 

Dem gegenüber konnte die Kommandantenluke in einer Art Sonntagsspaziergang abgenommen werden.

 

 

Nach Abheben des Turms in 2007 sind der Zahnkranz und der Kugellagerring am Turm verblieben. Sie konnten nun leicht abgeschraubt werden. Der äussere Lagerkranz blieb am Zahnradkranz angeschraubt. Es war nicht ganz leicht, die Tragkugeln und die Distanzkugeln aus dem Kranz zu entfernen, da hierfür eine millimetergenaue Positionierung des inneren und äusseren Lagerkranzes nötig war, um die Kugeln durch eine Aussparung mit einer Zange herauszuheben.

 

 

 

In der Zwischenzeit hat sich Harald um das Turmschwenkwerk gekümmert. Das Turmschwenkwerk nimmt das Antriebsmoment des Flüssigkeitsgetriebes auf und gibt es über ein Zahnrad an den Zahnkranz weiter, wodurch sich der Turm dreht.

 

Harald, selbst Ingenieur für Getriebetechnik, war in seinem Element und hat das Schwenkwerk förmlich seziert und jedes Lager und jedes Zahnrad fachmännisch vermessen und kommentiert.

Das Innere des Schwenkwerks besteht im Prinzip aus einer zentralen Welle mit einem  Kehlrad und vier darauf befestigten Planetenrädern, in das zwei Schneckenwelle eingreifen, über die der Richt- und der Ladeschütze die Feinausrichtung des Turms übernehmen können bzw. den Turm allein von Hand drehen können, falls ein Antrieb mit Motorkraft nicht möglich sein sollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gussqualität der Gehäuseteile kann nur als ‚rustikal’ bezeichnet werden: Man sieht, dass es damals alles schnell gehen musste und die zahlreichen Lunker zeigen, dass Gussqualität nicht sehr weit oben im Pflichtenheft stand.

Die Arbeiten am Tanksystem waren wieder ein wesentlicher Teil der Gesamtarbeiten. Eigentlich sollten sie längst beendet sein, aber es zieht sich wie Gummi. Immerhin sind mittlerweile alle Anschlussstücke und Schläuche vorhanden bis auf das letzte Stück vom Benzinfilter zu den Benzinpumpen. Das kann erst fertiggestellt werden, wenn der Motor wieder da ist bzw. klar ist, welche Dimension das Anschlussstück für die Benzinpumpen hat.

Aus Sicherheitsgründen haben wir uns, wie schon gesagt, entschlossen, nur den hinteren Einfülltank anzuschliessen, weil man an die zahlreichen potenziellen Undichtigkeitsstellen im Betriebszustand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

praktisch nicht mehr herankommt und sie so ein unverantwortliches Risiko darstellen. Wir haben deshalb vom Einfülltank eine neue direkte Leitung zum Benzinfilter gelegt und von da aus wird eine Weitere direkt zu den Benzinpumpen gehen. Die sehr schicke Ventileinheit am linken Kampfraum-Tankkasten wird also auch nicht genutzt und alle Leitungen hin und weg von ihr sind nur ‚fake lines‘, um im neuzeitlichen Sprachgebrauch zu bleiben.

Das Innenleben des Benzinfilters bleibt die letzte Herausforderung es Projektes ‚Tanksystem‘.

 

 

 

Der Königstiger in seiner ökologischen Nische

 

War das verbreitete Bild des Königstigers in seinem Lebensraum bislang das eines gnadenlosen Jägers und Einzelgängers, der keine Rücksicht gegenüber Schwächeren kannte, zeigen neueste Erkenntnisse, dass er auch eine soziale Seite hatte, die auch Schwächeren ihren Raum liess und diesen sogar im Rahmen seiner Möglichkeiten Schutz und Obdach bot. So wurden bei den aktuellen Restaurationsarbeiten am Turm in den Tiefen des Turmbodens Bereiche entdeckt, in denen sowohl Kleinnager Unterschlupf fanden als auch Insekten ungestört ihre kunstvollen Nester bauen konnten. Leider waren die Bewohner längst unbekannt verzogen und wir haben ihre Behausungen entfernt, da diese dem geplanten Sandstrahlen des Turmes im Sommer mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht standgehalten hätten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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