Königstiger im SMM Full-Reuenthal

 

 

Arbeiten in der Wanne und Sandstrahlen des Turms

 

Entgegen unserer ursprünglichen Ansicht, nur den hinteren Einfülltank zu nutzen, sind wir nach eingehender Diskussion doch zu der Einsicht gelangt, dass die ca. 50 Liter darin zu wenig sind und wir selbst bei begrenztem Betrieb zu oft nachfüllen müssten.

Wir haben deshalb noch den Tank in der unteren Nische in Fahrtrichtung links 'zugeschaltet': Der Einfülltank wurde mit einer Leitung direkt mit dem Nischentank verbunden und von dort eine Leitung direkt zum Benzinfilter vorgesehen. Für den Druckausgleich wurde eine zusätzliche Leitung gelegt, weil der ursprüngliche Druckausgleich den oberen Tank links mit einschloss und wir so wenig Benzingasvolumen wie möglich im System haben wollten.

Weiterhin wurden die Hin- und Rückleitungen für die Getriebeölkühlung angefertigt und vormontiert. Die beiden Leitungen laufen von der rechten Seite unten am Getriebe nach hinten oberhalb des rechten Kampfraumtanks durch die Schottwand und entlang des oberen Randes des Motorraums bis zum Kühlwasserausgleichsbehälter. Darin befindet sich eine Art Spirale, durch die das Öl läuft und gekühlt wird.

Von allen mir bekannten Königstigern ist unser der einzige, der ein derartiges System aufweist. Mir ist auch kein Hinweis in der entsprechenden Fachliteratur bekannt, der auf einen einmaligen oder regelmässigen Umbau hinweist, wie das z.B. für den Umbau von mechanischer auf hydraulische Kupplungsbetätigung der Fall ist.

Die kunstvollen Bögen an der Schottwand waren eine echte Herausforderung für jemand, der das zum ersten Mal macht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das grösste Projekt im Sommer war das Sandstrahlen des Turms und der weiteren Komponenten inneres und äusseres Turmlager, Rohrwiege, Kommandantenkuppel und Geschützblende. Rücklaufbremse und Rohrvorholer fehlen bei unserem Geschütz. Wir konnten die Komponenten aber an dem Geschütz eines Jagdpanthers abbauen, welches wir seit langem haben.

Bei den Turmlagern war es wichtig, die Kugellagerlaufflächen vor dem Strahlgut zu schützen. Ebenso sollte der Zahnkranz nur an den Stellen entrostet werden, wo er stark angegriffen war.

Unterm Strich hat alles sehr gut geklappt. Das Langwierigste war wieder das Zusammenfegen des im

 

Nach Abheben des Turms in 2007 sind der Zahnkranz und der Kugellagerring am Turm verblieben. Sie konnten nun leicht abgeschraubt werden. Der äussere Lagerkranz blieb am Zahnradkranz angeschraubt. Es war nicht ganz leicht, die Tragkugeln und die Distanzkugeln aus dem Kranz zu entfernen, da hierfür eine millimetergenaue Positionierung des inneren und äusseren Lagerkranzes nötig war, um die Kugeln durch eine Aussparung mit einer Zange herauszuheben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Parallel zu den Arbeiten im Museum in Full hat sich eine Fachfirma des Getriebes angenommen, nachdem eine erste Kontaktadresse, die mit der Demontage schon begonnen hatte, aus 'politischen' Gründen abgesprungen ist.

Das Problem bei Projekten dieser Art ist, dass sie nicht in den täglichen Ablauf der Bearbeitung von bekannten bzw. Standardprodukten passen und viele Firmen nicht die Zeit, die Kapazität und das Personal haben, um so etwas neben der alltäglichen Arbeit zu realisieren.

Umso glücklicher sind wir, dass die Truppe, die wir jetzt haben, ein Glücksgriff ist: fähig, flexibel und freudig an der Arbeit. Das Fahrgetriebe ist mittlerweile komplett zerlegt. Von den Steuereinheiten, deren filigrane Komponenten durch verharztes Öl stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, abgesehen, ist das Innenleben des Getriebes in einem unerwartet guten Zustand. Alle Zahnräder, Lager und sonstige Bauteile weisen so gut wie keinen Rost oder Abnutzungserscheinungen auf. Das grösste Problem war mitunter, aus dem verwinkelten Gehäuse die Anbackungen zu entfernen.

 

Die Befunde unterstreichen die Vermutung, dass unser Panzer wenig bis keinen Kampfeinsatz gesehen hat und vielleicht sogar ein Versuchsfahrzeug war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beachten Sie die Bildergalerie 'Getriebe'.

 

2018 Sommersaison

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